Im Bewusstsein, den hohen Anspruch an Qualität und Können der Gründer auch heute weiter zu tragen, waren die Künstler des Tegernseer Tals wie jedes Jahr eingeladen, sich diesem Anspruch zu stellen. Die Tegernseer Kunstausstellung bildete, wie auch in den letzten Jahren, den Auftakt zu den Kulturereignissen der Tegernseer Woche.
Dem Ausstellungskonzept liegt zugrunde, professionell arbeitenden Künstlern aus dem Tegernseer Tal mit dieser Ausstellung im alten Schalthaus des E-Werks Tegernsee eine Möglichkeit zur Präsentation ihrer Arbeiten zu geben. Handwerklich gut gemachte und vielfach hervorragende künstlerische Arbeit, die Umsetzung künstlerischer Auseinandersetzung mit Themen aus dem Leben und dem gemeinsamen landschaftlichen Lebens-Umfeld des Tegernseer Tals waren in der Ausstellung anzutreffen. Erstmalig waren die Künstler aufgefordert, sich auf ein vorgegebenes Thema einzulassen, 2014 lautete das Thema: HEIMAT.
Aus den eingereichten Arbeiten hat die 2012 eingeführte fünfköpfige Fach-Jury mit Sorgfalt, Engagement und Empathie die Werke für die Ausstellung 2014 ausgewählt. Seit dem vergangenen Jahr werden speziell für die Kinder und Jugendlichen des Tegernseer Tals Führungen und Workshops konzipiert.
Seit Jahrzehnten eröffnet der 1. Bürgermeister der Stadt Tegernsee als Schirmherr die Ausstellung. Die Stadtverwaltung steht der Ausstellung unermüdlich wohlwollend zur Seite wie auch das E-Werk Tegernsee, das neben den Ausstellungsräumen auch das nötige Equipment bereitstellt.
Die Künstler sehen es aber auch als besondere Wertschätzung an, dass Institutionen und Unternehmen die Ausstellung fördern und finanziell unterstützen und so in besonderem Maß zum Gelingen der Veranstaltung beitragen.
Für die Tegernseer Kunstausstellung
Ursula-Maren Fitz, Ausstellungsleitung
Heimat
Die 65. Tegernseer Kunstausstellung zeigte 2014 Arbeiten von Künstlern aus dem Tegernseer Tal und wenigen eingeladenen Gästen, die sich mit dem Thema HEIMAT auseinandersetzen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Heimat auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.
Aber inwieweit hat der tradierte Heimat-Begriff Gültigkeit in unserer globalisierten Welt, in der immer häufiger Menschen nicht seit Generationen am gleichen Ort leben, in der jeder seine Heimat in sich trägt zu neuen Orten und Menschen in Werten und Einstellungen. Was passiert mit der Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit, die HEIMAT (manchmal nur vermeintlich) impliziert?
Man durfte gespannt sein auf die Umsetzung des Themas HEIMAT durch die Künstler der Ausstellung, ein mutiges Experiment, das kein Klischee bedienen will. Zu sehen waren Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei und Installation.
Während der Öffnungszeiten stand mindestens einer der ausstellenden Künstler gern für Auskünfte über die gezeigten Arbeiten und die Intention der Künstler zur Verfügung. Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

